EP: Eine Frage des Dranbleibens für Cautious Clay

Was ist das für 1 Life. Ich hatte zuletzt wieder einen dieser großartigen „Musikmomente“. Und ja, den will ich mit euch teilen. Also bear with me. Den Ausgangspunkt dazu habe ich schon das eine oder andere Mal gegenüber anderen Menschen erwähnt. Keine gute Idee. Manches sollte man besser für sich behalten. Sagen wir mal so: Im besten Fall gab es als Reaktion fragende und/oder besorgte Blicke.

Wahrscheinlich muss man auch ein Musiknerd sein um folgendes nachvollziehen zu können: Das eine oder andere Mal wünsche ich mir, ein Künstler würde mir gefallen. Ich erkläre es mit einem Beispiel. August 2016. Frequency Festival (Ö) (ja was! Ich hatte zuletzt einen Blog-Zugriff aus D!!) Kleine Indoorbühne. Nachmittag. Ein hierzulande noch relativ bis gänzlich unbekannter Anderson Paak entert die Bühne und liefert eine Show, wie ich – und wohl auch der Rest der der fassungslosen Zuschauer – es selten zuvor gesehen habe. Abriss! Selbst einem gewissen Herrn Skero fiel neben mir vor lauter Begeisterung die Spaßzigarette ausm G’sicht!

Zurück zu Hause kommt natürlich sofort das aktuelle Anderson Paak Album „Malibu“ auf heavy Rotation. Und jetzt kommt’s: Es gefällt mir GAR nicht! Nicht ein einziger Song. So sehr ich es mir auch wünsche. Alles klar? Aber ich will nicht aufgeben und kämpfe. Tage, Wochen, Monate. Und in dem Fall gibt es ein happy End, denn nach und nach hat sich mir ein Song nach dem anderen erschlossen und gegen Ende 2016 war „Malibu“ mein Lieblingsalbum und Anderson Paak (nicht nur aufgrund seiner Live-Performance) einer meiner neuen Favourites!

In dem Fall war das ein richtig hartes Stück Arbeit. Eine Frage des „Dranbleibens“ war es auch bei Cautious Clay, Protagonist meines jüngsten, eingangs erwähnten „Musikmoments“. Anfang 2018 habe ich eine seiner ersten Veröffentlichungen „Cold War“ entdeckt und war mir sicher, auf etwas Großes gestoßen zu sein. Selten habe ich einen Newcomer so eigenständig im Sound – und so klar und ausgereift in der Produktion erlebt, wie den 24-jährigen Wahl New Yorker. Dazu kommt eine wunderbar sanfte Soulstimme, auf den ersten Blick sparsame Instrumentierung, zurückhaltende Elektrobeats und traumhafte Gospelanleihen. Und das alles von einem studierten Jazz Saxophonisten. Seine Musik löst in mir zwei überraschende Assoziationen aus: 1. Afrikanische Folklore (ohne zu wissen, wie diese überhaupt klingt) und 2. Seal’s 1996-er Gassenhauer „Kiss From A Rose“. LOL. Keine Ahnung woher das kommt, deshalb sagt mir bitte Bescheid, falls es euch genau so geht. Das würde mich irgendwie beruhigen!

Doch die Ernüchterung folgte Ende Februar 2018 mit Cautious Clay’s Debut EP „Blood Type“. Die von mir „highly anticipateten“ neuen Songs fielen einer nach dem anderen durch und ich war mit einem Wort „angfressn“. (Falls die Person aus Deutschland wieder mitlest: das bedeutet „verärgert“). Selbes Spiel wie bei Anderson Paak: Immer wieder anhören. Nur diesmal bleibt es dabei. Gefällt mir nicht. Die überraschende Wendung kam Ende Mai mit drei abermals neuen Songs. Einer davon ist der folgende und er ließ etwas Wunderbares passieren.

Durch diesen neuen Track hab ich Lust bekommen einmal mehr die „Blood Type“ EP anzuhören und zwar mit großer Vorfreude. Und siehe da. Ich habe sie plötzlich mit ganz anderen Ohren gehört und jeder einzelne Song ging plötzlich auf. Mir ist es selber unerklärlich, aber das ist es wohl, was so einen speziellen „Musikmoment“ ausmacht. Hier nun die EP und ich hoffe, bei euch geht es schneller als bei mir und ihr entdeckt Cautious Clay bevor es alle anderen tun.
PS: Joshua Karpeh, wie er im richtigen Leben heißt, hat bis jetzt sämtliche Labelangebote ausgeschlagen – wäre also noch zu haben!

 

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